Umzug digital

Kurz und schmerzlos: Mein Blog zieht um, nach 37quadrat.com.

Zwei kleine neue Artikel sind auch schon da – die alten sowieso. Am Outfit bastele ich noch etwas (jemand ne gute Idee für ein schönes Hintergrundbild?), aber es ist schon halbwegs präsentabel.

Der Grund für den Umzug: Die neue Plattform OverBlog, mit der ich fortan mein Blog betreibe. Die habe ich nämlich im Lauf der letzten zwölf Monate zusammen mit meinen Kollegen geplant und gebaut (wenn ich nicht gerade im Mutterschutz war). Werbung gab’s auf diesem Blog noch nie – aber ein bisschen Eigenlob muss jetzt mal sein: Eine feine Blogperle haben wir da geschaffen. Wen’s interessiert, der kann OverBlog hier ausprobieren. Wer mich unterstützen will und sein Blog außerdem auf die beste Plattform der Welt umziehen möchte, der kann mir gerne eine Mail (lisa@overblog.com) schicken.

In Kürze wird hier eine Umleitung geschaltet und ihr landet automatisch auf dem neuen Blog. Nach ein paar Wochen wird der Blog hier dann aber vollständig gelöscht. Wer mich weiterhin begleiten möchte, sollte also am besten gleich seinen Feedreader erneuern (37quadrat.com/feed). Wer außerdem den Link in seiner Blogroll aktualisiert, den hab ich besonders lieb.

Ein halbes Jahr Samuel

Wenn Samuel drei Wünsche frei hätte, dann:

– könnte man gleichzeitig brabbeln und aus der geliebten Flasche trinken.

– gäbe es den Umdreher nicht. Noch habe ich ihn nicht erwischt, aber wir scheinen einen so getauften Hausgeist zu haben, der das Kind ständig auf den Bauch dreht, wenn man gerade nicht hinguckt, so dass es dann furchtbar wütend rumnöckern muss.

– bliebe der Brei bis zum Ende der Mahlzeit angenehm warm.

Wenn Samuels Mama drei Wünsche frei hätte, dann:

– wären alle Nächte so gut wie die am Wochenende und keine (niemals!) so schlecht wie die heutige.

– gäbe es den Umdreher nicht.

– bliebe es abends länger hell, damit man auch nach dem Mittagsschlaf noch durch den Park schieben kann.

Sechs Monate

(Wenn Samuels Mama einen vierten Wunsch frei hätte, dann wäre es genügend Energie, jetzt ein Photo von der echten Kamera hochzuladen und nicht nur schnell eins vom Handy hier veröffentlichen.)

 

Zählt?

Sonntag wasche ich.

Montag fällt mein Blick auf den Wäscheständer und ich frage mich, warum auf den sauberen Sachen oben der Wickelauflagenbezug liegt. Den wollte ich doch waschen.

Dienstag merke ich, dass der Bezug ja gewaschen war und ich beim Aufhängen der Wäsche wohl unterbrochen worden sein muss. Dann frage ich mich, wo eigentlich das Lätzchen mit den hübschen Wolken drauf hingekommen ist, das habe ich doch neulich erst gewaschen.

Mittwoch fällt mein Blick in die Waschmaschine und ich frage mich, was das denn für Wäsche da drin ist. Sieh da, das Wölkchenlätzchen ist auch dabei. Muss ich wohl beim Wäscheausräumen unterbrochen worden sein.

Zählt Stilldemenz auch als Ausrede, wenn man nur noch nachts stillt? (Wir sind hier nämlich jetzt bei Brei und Fläschchen. Deshalb auch die Suche nach dem Lätzchen). Ich werd dann jetzt wohl die Sachen noch mal waschen. Das Aufhängen überlass ich aber wohl lieber dem Italiener. (Der hat als einzige Ausrede Samuels schlechte Nächte. Gähn.)

500 Meter

Spätestens seit dem letzten Besuch in der Heimat habe ich Sehnsucht nach dem Landleben. Platz und Natur und gute Luft und Sterne. Achja.

Gerade aber, um zwanzig vor sechs, habe ich noch einen Energieschub bekommen und bin raus, Erledigungen machen. Ich war beim Bäcker, der Apotheke, im Bioladen, dem Schneider, bei der Post und im Ein-Euro-Fünfzig-Laden (das mit dem 0,50 muss die Krise sein). Um Baguette, Zink-Creme, Kürbis und Sonnenblumenöl, Eiswürfelformen und Gefrierbeutel reicher, um eine zu reparierende Jacke und einen Brief, der nicht einfach zu schreiben war, leichter. Wir haben zwar keine Sterne hier, aber verdammt viel Infrastruktur auf 500 Metern.

Kleine Nachtgeschichte

Mittagsschlaf

Donnerstag Nacht, fünf Uhr. Warum wir wach geworden sind, weiß ich nicht mehr. Samuel war es jedenfalls nicht, der schlummerte. Aber der Italiener wälzte sich und ich hatte eine dieser Nächte, in denen man davon überzeugt ist, im Prinzip bisher maximal zehn Minuten geschlafen zu haben, wenn überhaupt. In mir fing es an zu grollen. Kann der Italiener nicht mal still liegen? Jetzt hustet er auch noch. Und dann, es ist kaum zu glauben, steht er und will aufs Klo. Den Türknauf dreht er extra so laut, wie es nur irgendwie geht. Und gerade als ich wieder am Einschlafen bin, kommt er zurück ins Bett gekrochen. Und hustet noch mal! Mit Absicht. Kurzum, es war natürlich alles des Italieners Schuld und gleich würde bestimmt Samuel von dem ganzen Trara aufwachen. Ich jedenfalls hatte an meiner Müdigkeit ganz sicher keine Schuld, denn ich hätte ja unmöglich absehen können, dass ich definitiv vor Mitternacht ins Bett muss, wenn ich die ganze Woche um sieben aufstehen muss und Samuel erstens um drei Uhr stillen will und zweitens irgendwann um spätestens sechs Uhr eigentlich wach ist und zwar nicht weint, aber munter etwas erzählt, bis er dann nach einer Viertelstunde wieder einratzt. Und ich dann nicht mehr schlafen kann.

Ich kämpfe also schwer mit mir, dem nichtsahnenden Italiener gegenüber keine schnippische Bemerkung zu machen und begnüge mich mit genervtem Luft-zwischen-den-Zähnen-Einziehen. Draußen hat sich auch der Rest der Welt gegen mich verschworen, die Müllabfuhr kommt. Natürlich wird Samuel von dem ganzen Gerummel dann doch irgendwann wach. Ich verabschiede mich gedanklich schon mal vom restlichen Nachtschlaf, denn mittlerweile habe ich es geschafft und mich so aufgeregt, dass ich nicht wieder einschlafen können werde bis ca. 5 Minuten vor Weckerklingeln – dafür kenne ich mich gut genug. Dachte ich jedenfalls. Denn um wenigstens dem Italiener noch etwas Schlaf zu gönnen (ich Philanthrop), entscheide ich mich dazu, das Kind aus seinem Beistellbettchen zu heben und an mich zu kuscheln. Aber nicht nur er schläft dann gleich wieder ein. Auch ich werde innerlich augenblicklich ganz ruhig. Das war fast schon unheimlich. Ich muss sofort wieder eingeschlafen sein.

(Das war wohl das erste Mal, dass Samuel mir zu mehr Schlaf verholfen hat.)

Fünf Monate Samuel

Dieses Kind ist einfach toll.  Es lacht, grinst und guckt mit offenem Mund durch die Welt.

Schlummer

Und es schläft, wie man sieht. Einschlafen geht jetzt fast immer ganz alleine. Das sollte er lernen, damit er das auch nachts wieder hinkriegt, wenn er mal wach wird. Das klappt jedoch nur bedingt… Die Nächte sind nicht mehr so hübsch, wie sie schon einmal waren. Der Kleine wacht zwei Mal zum Essen auf und manchmal noch dazwischen einfach so. Ein bisschen habe ich mich erst damit gestresst, zu wissen, dass das in seinem Alter eigentlich nicht mehr sein muss. Und er es ja auch schon mal anders konnte und acht Stunden am Stück schlief. Ich versuche das jetzt entspannter zu sehen. Er wird schon wissen, was er wann braucht. Anders als durch Stillen lässt er sich jedenfalls nicht beruhigen, er scheint also tatsächlich Schmacht und nicht nur Bedürfnis nach Nähe zu haben (das könnte man ja auch durch Kuscheln stillen).

Eigentlich sollte Samuel mittlerweile seine Nächte in seinem Zimmer verbringen, damit dieser Umzug später mal nicht schwierig wird, wenn er schon älter ist. Mittagsschlaf hält er dort schon länger. Da weder der Italiener noch ich aber Lust haben, nachts nicht nur geweckt zu werden, sondern auch durch die Wohnung stapfen zu müssen, haben wir sein Bettchen jetzt balkonartig neben unseres gestellt. Bis vor ein paar Nächten schlief er dort in seinem Körbchen, aber das ist jetzt langsam einfach zu klein. Ein ganz schöner Brummer ist dieses Kind nämlich (aber das ist ja nichts Neues). Ob wir mit dieser Planänderung das nächtliche durch die Wohnung Stapfen nur verschoben haben, werden wir erfahren, wenn das Kind durchschläft, dann soll er nämlich wirklich umziehen.

An die Tagesmutter haben wir (beide) uns gut gewöhnt. Seit neuestem akzeptiert Samuel sogar ein Fläschchen künstliche Milch vormittags. Das kam gerade recht, denn die Milchpumperei wurde langsam anstrengend, denn der Kleine hat großen Hunger. In zwei Wochen gibt’s deshalb Brei. Er scheint dazu bereit, denn sobald wir etwas essen, wird genau beäugt, was wir da machen und der Mund geht auf. Ich hätte das auch jetzt schon eingeführt, aber das kommende Wochenende fahren wir nach Deutschland und danach ist der Papa unterwegs. Aber dann! Ich bin schon sehr gespannt, auf das Gesicht, wenn sich der erste Kürbisgeschmack im Mund ausbreitet.

Ansonsten bleibt nur wie immer festzuhalten, dass die Zeit zu schnell wegtickt… Gut, dass jede neue Entwicklung so viel Spaß macht, sonst könnte ich glatt nostalgisch werden.

Herbst in Paris III

Oder: Vom Glück im Park

Herbstsonne

Ein großer Fan von Parks war ich eigentlich nie. Eingezäunte Grünflächen, Stiefmütterchenbeete und Straßenlärm. Die Buttes Chaumont haben mich eines besseren belehrt: Fast täglich machen Samuel und ich uns auf den Weg dorthin. Keine 10 Minuten nachdem wir das Haus verlassen, sind wir am oberen Ende des Parks. Nach fünf Minuten, die ich Samuel unter riesigen, alten Bäumen herschiebe, öffnet sich der Blick auf den Rest des Parks und die Stadt. Ich kann aufatmen, es riecht nach Herbst. Hoffentlich fällt Samuel nicht mal eine Kastanie auf den Kopf , denn das Verdeck des Kinderwagens muss runter: Er liebt es, in die Blätter zu gucken!

Mützi

Im Moment ziehen uns die kleinen, ruhigeren Wege an oder auch mal eins der drei Cafés, die es im Park gibt. Eins davon, Rosa Bonheur, hat echten Biergartencharme und lockt Leute aus ganz Paris an. Tagsüber, wenn es fast leer ist, halte ich dort auch gerne mal an – abends ist die Schlange der Wartenden viel viel viel zu lang. Als es noch wärmer war, haben wir uns auch oft auf eine Wiese unter einen Baum gelegt. Samuel guckte vergnügt den Blättern beim Wackeln zu, ich konnte ein Buch lesen. Nächstes Jahr im Sommer werden vielleicht schon die Spielplätze interessant.

Sonnenfleck

Trauerweide

Picknicker finden sich im französischen Park fast immer, sobald ein paar Sonnenstrahlen da sind. Auch wir waren dieses Jahr oft dabei, allerdings kindbedingt im Schatten. Das letzte Mal verkrochen wir uns unter eine große Trauerweide.

Pavillon

Am Fuß des Hügels, auf den der Park gepflanzt ist, liegt ein See mit Enten und Wildgänsen. Sogar ein Wasserfall in einer Tropfsteinhöhle ist vorhanden. Zugegeben, natürlich ist der nicht, aber trotzdem schön. Oben auf der Insel im See thront ein Pavillon, über zwei Brücken erreichbar (hier leider etwas überblendet, ist aber ohnehin ein bisl kitschig).

Grünbunt

Im Bild einer meiner Lieblingsorte, man sieht nur Bäume, wohin man auch guckt. Hinten links im Bild übrigens ein riesiger Busch, der von einen Tag auf den anderen komplett weiß war, Blätter wie Äste. Gesund kann das nicht sein? Einen richtigen Wald kann so ein Park zwar nicht ersetzen. Die Vielfalt der Bäume und Sträucher entschädigt jedoch.