Herbst in Paris III

Oder: Vom Glück im Park

Herbstsonne

Ein großer Fan von Parks war ich eigentlich nie. Eingezäunte Grünflächen, Stiefmütterchenbeete und Straßenlärm. Die Buttes Chaumont haben mich eines besseren belehrt: Fast täglich machen Samuel und ich uns auf den Weg dorthin. Keine 10 Minuten nachdem wir das Haus verlassen, sind wir am oberen Ende des Parks. Nach fünf Minuten, die ich Samuel unter riesigen, alten Bäumen herschiebe, öffnet sich der Blick auf den Rest des Parks und die Stadt. Ich kann aufatmen, es riecht nach Herbst. Hoffentlich fällt Samuel nicht mal eine Kastanie auf den Kopf , denn das Verdeck des Kinderwagens muss runter: Er liebt es, in die Blätter zu gucken!

Mützi

Im Moment ziehen uns die kleinen, ruhigeren Wege an oder auch mal eins der drei Cafés, die es im Park gibt. Eins davon, Rosa Bonheur, hat echten Biergartencharme und lockt Leute aus ganz Paris an. Tagsüber, wenn es fast leer ist, halte ich dort auch gerne mal an – abends ist die Schlange der Wartenden viel viel viel zu lang. Als es noch wärmer war, haben wir uns auch oft auf eine Wiese unter einen Baum gelegt. Samuel guckte vergnügt den Blättern beim Wackeln zu, ich konnte ein Buch lesen. Nächstes Jahr im Sommer werden vielleicht schon die Spielplätze interessant.

Sonnenfleck

Trauerweide

Picknicker finden sich im französischen Park fast immer, sobald ein paar Sonnenstrahlen da sind. Auch wir waren dieses Jahr oft dabei, allerdings kindbedingt im Schatten. Das letzte Mal verkrochen wir uns unter eine große Trauerweide.

Pavillon

Am Fuß des Hügels, auf den der Park gepflanzt ist, liegt ein See mit Enten und Wildgänsen. Sogar ein Wasserfall in einer Tropfsteinhöhle ist vorhanden. Zugegeben, natürlich ist der nicht, aber trotzdem schön. Oben auf der Insel im See thront ein Pavillon, über zwei Brücken erreichbar (hier leider etwas überblendet, ist aber ohnehin ein bisl kitschig).

Grünbunt

Im Bild einer meiner Lieblingsorte, man sieht nur Bäume, wohin man auch guckt. Hinten links im Bild übrigens ein riesiger Busch, der von einen Tag auf den anderen komplett weiß war, Blätter wie Äste. Gesund kann das nicht sein? Einen richtigen Wald kann so ein Park zwar nicht ersetzen. Die Vielfalt der Bäume und Sträucher entschädigt jedoch.