Kugellos

Erdbeerbauch

Vor zweieinhalb Monaten konnte ich noch auf dem Sofa sitzen und meine Erdbeerschale auf dem Bauch abstellen. Erdbeerzeit ist mittlerweile vorbei und die Kugel ist auch nicht mehr da.

Die Tritte und Kniffe spüren ist toll. Einen Schalenabstellplatz haben ist nicht unpraktisch. Überhaupt habe ich meine Schwangerschaft sehr genossen. Auf drei Monate Sodbrennen hätte ich zwar verzichten können, aber der Mister hatte sich ja entschieden, seinen Kopf bis zum Ende schön gegen meinen Magen zu drücken…

Schwanger sein war also fast ausschließlich sehr toll. Aber was soll ich sagen – meinen Körper wieder für mich zu haben, ist auch sehr toll. Zeit für einen kleinen Check-up.

Ich kann auf eine Speisekarte gucken und einfach essen, was ich möchte und nicht, was ich darf. Zwar verzichte ich weiterhin auf Alkohol, da ich ja stille, aber das finde ich nicht weiter tragisch. Gibt’s eben nächstes Jahr wieder kühles Bier an lauen Abenden.

A propos essen: Gewicht! Während der Schwangerschaft hatte ich ständig Hunger. Und noch größeren Appetit. Ich aß eine Sache und dachte derweil schon daran, was ich als nächstes essen könnte. 20 Kilo mehr auf den Rippen waren am Ende also keine große Überraschung. Ich habe zwar versucht, aufzupassen und nicht jedem Schokoladenanfall nachzugeben – aber ich wollte mich auch nicht neun Monate lang kasteien. Der Blick in den Spiegel sagt mir jetzt auch, dass ich mir das schlechte Gewissen, das ich beim Essen hatte, das nächste Mal jedenfalls sparen werde (auch wenn ich nicht unbedingt noch mehr zunehmen möchte!). Ich erinnere mich noch gut daran, wie fertig ich war, als die Hebamme bei der Kontrolluntersuchung um siebten Monat meinte, ich solle zur Diätberatung gehen. (Randbemerkung: Dem Kind ging es super, Diabetes gab’s auch keine.) Ich bin nicht zur diéticienne gegangen. Zum einen weiß ich schon selber ganz gut, was es zu vermeiden gilt und wie man sich gesund ernährt (ich hab’s eben nur nicht unbedingt gemacht…). Zum anderen dachte ich mir, dass mein Körper schon wissen wird, was er da macht und worauf er sich vorzubereiten hat.
Zwei Monate nach der Geburt fehlen mir jetzt noch drei Kilo zum Startgewicht und wenn das weiter so geht, werde ich die auch noch los – ganz ohne Diätversuche, stillen reicht. Meine Lieblingsjeans passen wieder (an dieser Stelle ein großes Dankeschön an den Erfinder des Gummizugs – der war in den letzten Monaten Gold wert)!

Mein Bauch sieht zwar nicht aus wie vorher. Dafür sorgen eine OP-Narbe, eine Linea negra und vor allem viele Schwangerschaftsstreifen am unteren Bauch, die ich mir in den letzten der 40 Wochen noch zugelegt habe. Bikinireif fühle ich mich trotzdem, denn er ist wieder halbwegs flach und schließlich ist da ein Kind drin gewachsen, das darf auch ein paar Spuren hinterlassen. Der Italienurlaub kann kommen! Die Narbe ist zwar noch rot, aber sieht im Prinzip jetzt schon besser aus, als die OP-Narbe, die man mir verpasst hat, als ich mit sieben Jahren wegen unklarer Bauchschmerzen aufgeschnitten wurde…

Das erste Mal in meinem Leben habe ich jetzt auch sowas wie Oberarmmuskeln, zumindest für meine Verhältnisse. Mittlerweile wiegt das Kind 6.700g, die wollen eben gestemmt werden. Super Workout, vielleicht sollte ich da System hinterbringen mit Kniebeugen und so…

Haare von mir finde ich im Moment ein bisschen überall – meist in Babyfäusten, zusammen mit Fuseln, wie ich sie sonst nur von zwischen den Zehen und Männerbauchnabeln kenne. Ist das nur mein Baby, oder ziehen andere den Dreck auch magisch an? Jedenfalls scheinen mir also ein paar Haare mehr auszugehen als üblich, da ich aber von Natur aus recht viele davon habe, fällt das auf dem Kopf nicht auf. Daumen gedrückt, dass das so bleibt. Ich glaube, ich habe auch einige der Härchen auf den Armen verloren. Oder das ist Einbildung, aber auch damit geb‘ ich mich zufrieden.

Alles in allem ist nicht alles wieder wie vorher und das wird es auch nicht wieder werden können – aber ich fühle mich trotzdem wohl. Auf meinen täglichen Spaziergängen begegnen mir mittlerweile auch wieder Männerblicke, trotz Kinderwagen. Ein feines Gefühl.

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6 Gedanken zu „Kugellos

  1. Ja, die Linea Negra ist bei mir auch extrem ausgeprägt. Ich hab aber gehört, dass sich auch das wieder zurückbildet mit der Zeit. Schwangerschaftsstriefen hab ich gar keine. Aber irgendwie sieht er trotzdem nicht aus wie vorher. Ist aber bei mir ja erst 5 Wochen her.
    Ich freu mich auch über die Speisekarte, die ich wieder genießen kann, und man darf sogar ab und an mal ein Gläschen wein trotz Stillen meinte meine Hebamme. Aber da pumpe ich dann lieber vorher ab…
    Ich glaub, in nem Monat oder so mach ich auch noch so nen Check. Aber das mit den Männern geht bei mir ja auch schon wieder^^

    • Du Glückliche – auf die Streifen hätte ich auch gern verzichtet… Der Bauchnabel ist übrigens auch nicht mehr ganz das, was er mal war, wobei meiner nie so richtig rausgeploppt war. Und die Linea Negra kam bei mir schon ganz früh, in der siebten Woche oder so. Zwar noch nicht so dunkel wie jetzt und nur über den halben Bauch – trotzdem war das beeindruckend, denn es war das erste, was sich bei mir sichtbar verändert hat. Fand ich ganz toll damals. Und irgendwie auch jetzt noch nett, erinnert mich an die Schwangerschaft. Aber auch nett, dass sie irgendwann wieder weggeht ;)

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