36. Woche oder Kindlein dreh Dich

Endlich Mutterschutz, seit dieser Woche. Ich mag zwar meine Arbeit und noch dazu ist es überhaupt keine körperliche Arbeit, sondern Schreibtischsitzerei. Aber langsam wurde es doch etwas anstrengend, vor allem der Weg ins Büro. Auch wenn mir glücklicherweise oft ein Sitzplatz in der Metro angeboten wurde. Mit welcher Selbstverständlichkeit das so viele, jung und alt, Mann oder Frau, egal welcher Herkunft tun, rührt mich jedes Mal (und an diejenigen, die sich noch vor mich drängeln, um den letzten Sitzplatz zu bekommen, versuche ich keine weiteren Gedanken zu verschwenden).

Für die kommenden Wochen, wie viele es auch sein mögen, habe ich ein paar kleine Projekte. Am drängendsten ist es für mich, erst mal die letzten Sachen, die man so braucht (Windeleimer, Stilleinlagen, Wickelauflage…) zu erstehen und etwas Ordnung in Wohnung und vor allem Kinderzimmer zu bekommen, denn letzteres diente uns in den letzten Monaten als Wäsche- und Abstellkammer. Falls dann noch babyfreie Zeit übrig bleibt und das durchwachsene Aprilwetter hoffentlich einem sonnigen Mai weicht, gibt es ein paar Ecken in Paris, die ich mir schon länger mal angucken wollte.

Das wichtigste Projekt ist leider eins, das ich relativ wenig beeinflussen kann. Denn das dickköpfige Kind hat sich bisher noch nicht dazu durchringen können, sich mal mit dem Kopf noch unten zu drehen. Die Zeit wird langsam knapp. Ich versuche also, täglich lustige und angeblich für das Kind (und Mutter übrigens auch) ungemütliche Positionen einzunehmen, damit der Kleine sich dazu entscheidet, die Steißlage aufzugeben. Ansonsten rede ich ihm gut zu, aber nach wie vor drückt er seinen Kopf gegen meinen Magen und scheint wenig beeindruckt von meinen Bemühungen.

Ob eine natürliche Geburt so möglich sein kann, wird in drei Wochen entschieden, dann habe ich meine nächste Vorsorgeuntersuchung. Dann wird, falls sich nichts an der Lage geändert hat und sich auch mit einer manuellen Wendung nichts bewegen lässt, mein Becken und das Kind ausgemessen. Der Dickkopf hat wortwörtlich einen eben solchen. Wenn eine natürlich Geburt deshalb nicht in Frage kommt, dann wäre heute in vier Wochen ein Kaiserschnitt dran. Nicht meine Wunschvorstellung. Aber auch kein Weltuntergang.

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8 Gedanken zu „36. Woche oder Kindlein dreh Dich

  1. Hinsetzen und einen mp3-Player mit ganz leiser, ganz schöner Musik auf den Schoß legen? Dann will er bestimmt schauen, was da unten los ist. Viel Spaß mit der Freizeit und den Projekten :-)

  2. Glückwunsch! Und jetzt genieße die Zeit :-)
    Ich drück die Daumen, dass der kleine Sturkopf noch nen Purzelbaum macht, kann ja noch kommen. Meiner liegt bereits richtig rum, ich hoffe, das bleibt jetzt auch so.
    Andererseits – Hauptsache sie kommen gesund raus. Auch wenn es „normal“ schön wäre, einen Kaiserschnitt finde ich dennoch nicht schlimm. Ich schrieb ja schonmal was dazu.

    Ein paar schöne Ecken in Paris würde ich jetzt auch gerne besichtigen ;)

  3. Danke für die Tipps :) Mittlerweile wurde versucht, ihn zu „von Hand“ zu drehen, er ließ sich aber nicht überzeugen. Ich versuch es weiter mit Akupunktur und anderen lustigen Techniken, aber habe mich eigentlich mehr damit abgefunden, dass der Herr weiterhin dickköpfig ist.

    • Meistens tun die Kindlein sowas ja auch nicht aus Dickköpfigkeit, sondern weil es für sie aus irgendeinem Grund nicht anders geht. ;-)

      (Der kleine Herr Maus z.B. , der bequemte sich bis zum Tag seiner Geburt nicht mit seinem Köpfchen ganz runter in mein Becken. (Während seine grossen Geschwister jeweils schon Wochen vorher in „Startposition“ waren.) Bei der Geburt stellte sich dann heraus, dass er sich in die Nabelschnur förmlich eingewickelt hatte – einmal um den Bauch und einmal um den Hals. Der konnte einfach nicht mehr weiter runter.)

      Alles, alles Gute für den Endspurt!

      • Dankeschön! Ja, ich denke auch, dass er vielleicht einen Grund hat, sich nicht zu drehen. Heute morgen war Akupunktur angesagt, aber auch das schien ihn nicht weiter zu beeindrucken. Ich versuche es weiter mit „sanften“ Methoden, falls er doch einfach nur zu faul ist – vielleicht überlegt er es sich ja noch ;)

    • Nö, er drückt mir weiterhin seinen Dickschädel so weit oben wie möglich gegen den Bauch. Wie Karen schon schreibt, vielleicht hat er ja seine Gründe. Ich begebe mich jetzt erst mal in den Vierfüßlerstand, vielleicht überzeugt ihn das…

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