Danach

So langsam beginne ich mich konkreter damit auseinander zu setzen, wie das Leben „danach“ aussehen wird. Danach, das heißt nach der Geburt des Kleinen, in ca. 2 Monaten. Babytragen und Windelphilosophie waren recht schnell entschieden. Zwei andere Fragen brauchten mehr Überlegung und mehr Diskussion.

Da war zum einen, wie für alle werdenden Eltern, die Arbeitsfrage. Recht schnell war für uns geklärt, dass der Italiener gerne weiter arbeiten würde und ich gern mehr Zeit zu Hause verbringen würde. Das entspricht unserem jeweiligen Naturell, unserem Gehaltsscheck und den gesetzlichen Zuwendungen, auf die wir Anspruch haben (der Italiener ist selbständig, ich bin angestellt). 16 Wochen (sechs vor der Geburt, zehn danach) dauert der Mutterschutz hier. Eine Elternzeit sieht daran anschließend so aus, dass frau oder man maximal 6 Monate Anspruch auf Unterstützung vom Staat hat, wenn ganz aufgehört wird zu arbeiten: maximal irgendwas in die 500 Euro pro Monat. Für Paris ist das nicht gerade viel. Das Kind mit 10 Wochen jedoch in die Krippe zu geben, kam für mich auch nicht in Frage, obwohl es hier viele Eltern gibt, die das so handhaben und ich erst ich erst mal für mich herausfinden musste, wie viel Deutsche und wie viel Französin in mir steckt.

Mit Bauch im Büro

Ich bin sehr glücklich, jetzt einen Weg gefunden zu haben, mit dem ich mich persönlich (jetzt zumindest noch) sehr wohl fühle: Ab September werde ich an vier Tagen die Woche wieder halbtags arbeiten. Etwas mehr finanzielle Freiheit, ein Mittelding zwischen französischem (bzw. pariser) und deutschem Erziehungsweg und sogar noch Unterstützung vom Staat bietet uns diese „halbe Elternzeit“. Der ambitiöse Plan ist, dass ich etwas früher morgens anfange zu arbeiten, der Italiener etwas später und das Kind dann etwas Zeit alleine mit Papa und danach ungefähr drei Stunden am Tag mit einer Nounou, also einer Tagesmutter, verbringt. Die teilen wir uns mit einem anderen amerikanisch-italienischem Elternpaar, gute Freunde von uns. Vielleicht lernt der Kleine dann schon früh, dass er nicht der einzige arme, kleine Wurm ist, der sich mit drei Sprachen rumschlagen muss. Und vor allem ist er so schon früh mit muttersprachlichem Französisch in Kontakt.

Das ist dann auch der zweite Punkt, der etwas Überlegung brauchte: Wie machen wir das mit den Sprachen? Dazu später mehr – meine Mittagspause ist jetzt um. Noch arbeite ich ja.

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6 Gedanken zu „Danach

  1. Sprachen? Ganz einfach: jeder spricht seine Sprache. Das Kind trennt das sehr schnell – und lernt Französisch von all den vielen Leuten drumherum.
    Fräulein Lockenschopf hat beispielsweise erst chat-chat gesagt, bevor sie zu „Katzäääää“ überging, und sagt heute noch „chien-chien“. Von wem sie die Doppelung hat, weiß der Geier, falls der Uhu es ihm sagt. Und verstehen tut sie eh alles in beiden Sprachen.
    (da fällt mir ein: wie redet ihr denn untereinander? Deutsch, italienisch, oder habt ihr als gemeinsame Sprache nur die französische?)

  2. Sprachlich gesehen kann ich mich Wolfram nur anschließen. Jeder redet seine Sprache, konsequent von Anfang an. Dann geht das relativ einfach.

    Mit dem zuhause bleiben halte ich es etwas länger. In deutschland bekommt man ja mittlerweile Eziehungsgeld während der Elternzeit, das ist ein ganz schönes Geschenk vom Staat. Ist natürlich vom Gehalt abhängig, aber da wir beide nicht ganz schlecht verdienen, bleibt da schon was. Der MasterChief wird die ersten zwei Monate direkt nach der Geburt seine Vätermonate nehmen, da bekomme ich noch mein volles Gehalt (Mutterschutz). danach geht er dann wieder normal arbeiten. ich habe dann meine Elternzeit (12 Monate) und ab dann haben wir eben nur noch ein Gehalt. Wir haben aber beschlossen, dass wir das eine Jahr dann auch noch überbrücken können, so dass der BabyChief erst ab 2 in eine Krippe muss.
    Wieso das nun? Weil ich selbst es als Kind GEHASST habe, dass ich sehr früh von meiner Mutter „abgegeben“ wurde. ich habe meine Tagesmutter zwar gern gehabt, aber es war eben nicht die richtige Mama. Ich will das für meinen Sohn so nicht. Und wir werden das schon schaffen ;)

  3. Da muss jeder seinen eigenen Weg suchen und finden. Beim ersten war ich nach 5 Wochen wieder studieren und wie hatten eine Tagesmutter. Vorher war das mein Wunsch, dann fand ich es sehr schmerzhaft. Beim zweiten dann ein Jahr zu Hause.
    Beim Dritten hätte ich es noch weiter gedehnt… Aber du hast natürlich Recht: Das muss finanzierbar sein. Zum ersten Mal das Gefühl, mich vom Kind wegzubewegen und un meinen Kopf etwas anderes zu lassen, hatte ich nach etwa einem halben Jahr.
    Wenn ihr eine liebe Tagesmutter habt und das mit dem Stillen hinkommt, kann es aber klappen. Du wirst es sehen und dann erst sagen können: Hmm, beim nächsten gehe ich nach drei Wochen wieder arbeiten. Oder erst nach drei Jahren. Da tickt jede Mutter und jedes Kind anders.

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