Du cinéma

Man sagt den Franzosen ja so einiges nach.

(Ich allen voran) Sprachlich arrogant seien sie zum Beispiel. Und auch wenn ich das meinen Erfahrungen nach nicht ganz von der Hand weisen kann – eins muss mal ihnen lassen. Das Kino nämlich. Wo in Deutschland fleißig synchronisiert wird, da bieten fast alle französischen Kinos die Filme in der Originalversion mit Untertiteln an.

Da der Italiener und ich uns auch bei DVDs nicht darauf einigen könnten, welche Synchronversion – italienisch oder deutsch – geschaut werden soll, haben wir uns schnell angewöhnt, auch chinesische Filme eben auf Chinesisch zu gucken. Mit Untertiteln, versteht sich. Und es ist so viel angenehmer. In Deutschland habe ich „Che“, den Film über den gleichnamigen Kubaner gesehen. Auf Deutsch. Aus (ich vermute) einem flotten „intiende?“ am Ende jedes zweiten Satzes wurde da ein höfliches „verstehst Du?“. Das erweckt bei mir nicht die gleichen Emotionen.

Filmtechnisch gesprochen beginnt in Frankreich übrigens nicht erst morgen, sondern schon heute der Frühling. Le printemps du cinéma heißt das dann und an diesen drei Tagen kosten die Kinokarten nur 3,50 €. Und das ist im Vergleich zu den sonst üblichen rund 10 € selbst bei strahlendem Sonnenschein wie heute wirklich eine Überlegung wert.

Wer jetzt Lust auf Film bekommen haben sollte, aber nicht gerade in Paris weilt, dem seien hier ein paar meiner Favoriten fürs heimische Filmvergnügen ans Herz gelegt – französische Favoriten, versteht sich: Jules et Jim, Argent de Poche, Mademoiselle Chambon, Pauline à la Plage, Le dernier Métro, L’armée du Crime – ein Sonntagnachmittag wird nicht ausreichen… Wer die Liste ergänzen möchte – nur her damit.
Denn bei mir macht sich heute eine Erkältung breit, der ich Einhalt gebieten möchte. Daher werde ich wohl nicht beim Kinofrühling mitmachen, sondern suche noch Inspiration für die passende Sonntagabends-DVD für mich und mein Sofa. Kommt auch fast günstiger als Frühlingskino.

Popcorn ist hier übrigens nicht so die Kino-Sache wie in der Heimat. Gibt es zwar zu kaufen, aber fast niemand tut es. Und dann ist der Spaß auch nur halb so groß, wenn man fast der einzige ist, der das fiese Zeug nicht mehr aus den Zahnzwischenräumen bekommt.

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9 Gedanken zu „Du cinéma

  1. ich kenne keinen einzigen der genannten filme, vielleicht ja in der deutschen version… ich war allerdings auch eine Weile nicht mehr im kino.
    willkommen bei den schtis – den wirst du sicherlich schon kennen ;-)

    • Bis auf zwei sind die Filme auch schon was älter, aber nicht minder sehenswert.
      Stimmt, die Schtis hab ich glatt vergessen in meiner kleinen Liste – auch sehenswert! Wobei der hier so der Renner war, dass ich dann unglaublich hohe Erwartungen an den Film hatte, die er dann, wie das oft so ist, zwangsläufig gar nicht mehr erfüllen konnte.

  2. Mir geht’s wie podruga. Die von dir genannten Filme kenne ich leider nicht, jedenfalls nicht den französischen Titel. Die Schtis habe ich Original mit Untertiteln gesehen, schon alleine weil ich mir den Dialekt anhören wollte und mir nicht vorstellen konnte, wie man sowas synchronisieren soll.
    Ich war am Freitag zuletzt im Kino – ohne Printemps-Preise – aber auch OmU: Biutiful von Iñárritu. Ich fand ihn sehr sehenswert, ist aber nicht leicht und flockig, sondern eher ernst, wie alle Filme, die ich von diesem Regisseur kenne (Amores Perros, 21 Gramm, Babel).
    Und wenn du eine DVD suchst mit einem sehenswerten Film gegen deine Erkältung, dann lege ich dir „Die Fremde“ ans Herz. Kann aber sein, dass du die Taschentücher dann nicht nur wegen der Erkältung brauchst. Gute Besserung!

    • Vielen lieben Dank – jetzt geh ich gleich mal schlafen, aber gute Film-Tipps kommen mir immer gelegen! „Die Fremde“ ist also für morgen abend gebucht!

      • Mein Italiener fand es schrecklich – obwohl seine angebeteten Catherine mitgespielt hat und wir sonst immer einer Meinung sind. Wir haben auch noch etliche Chabrols im Regal stehen (immer nett) und wenn’s nach miomarito ging, würde Le clan des Siciliens einmal im Monat laufen.

  3. Wie wärs mit „Ensemble, c’est tout“, nicht sehr tiefgründig, aber nett? Ausserdem mit Guillaume Canet, den mag ich sehr. Und wenn es absolut sinnfrei sein soll-„Michel Vaillant“, dazu passt dann auch Popcorn :)

    • Ohja, „Ensemble, c’est tout“ gelesen und gesehen – plätschert äußerst nett vor sich hin und hat mir so über fiesen Liebeskummer weggeholfen!
      Sinnfrei? Popcorn? Hört sich super an!

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