Doppelt gefreut.

Seit Jahren habe ich nicht mehr gewichtelt.

Gestern Abend war es wieder so weit. Ein Geschenk unter zehn Euro sollte es sein: Der Italiener und ich waren zu einem nicht ganz pünktlichen Weihnachtessen eingeladen. Das Prinzip war so einfach wie bekannt – jeder bringt ein geheimes kleines Etwas mit und geht mit einem kleinem unnützen Etwas wieder nach Hause.

So war das zumindest bei mir immer (Schule, Sportverein, Kirchenchor). Ein liebevoll ausgesuchtes und eingeschlagenes Päckchen wandert von mir in den großen Geschenkesack. Bis dahin gefällt mir das ganze System auch noch immer außerordentlich. Ich mag Spannung, Überraschung und Beschenken.
Aber dann wird es problematisch. Denn ich mag auch das Beschenkt-Werden. Jedoch irgendwie nur mit schönen Dingen…

Spreche ich nur für mich, oder würden wir eigentlich alle am liebsten immer unser eigenes, mitgebrachtes Geschenk behalten?

Zugegeben, ein günstiges, hübsches oder lustiges kleines Etwas zu finden ist nicht einfach. Besonders wenn, wie gestern der Fall, Frauen wie Männer ungefähr jeden Alters anwesend sind. Dazu waren nicht alle Anwesenden mit jedem bekannt.

Sollte die Wichtel-Falle auch gestern wieder zuschlagen? Ich muss gestehen, ich war kurz versucht, einfach selbst ein Geschenk mitzubringen, über das ich mich selbst nicht freuen würde. Frei nach der Logik: Gebe ich was Schönes, erhalte ich was Olles. Gebe ich also selbst etwas Olles, müsste ich doch eigentlich etwas Schönes erhalten?
Wir wissen natürlich, dass die Welt so nicht funktioniert. Am Ende gebe ich was Olles und erhalte was Olles?

Und dann die Idee.
Hier also für künftige Weihnachtsfeiern meine geprüfte und uneingeschränkt empfohlene Wichtelstrategie:

1) Sobald Sie auf der Suche nach einem Geschenk etwas gefunden haben, das ins Budget passt und Sie so überzeugt, dass Sie es am liebsten selbst behalten würden – kaufen Sie es!

2) Danach stöbern Sie weiter. Sie finden etwas, das Sie grinsen lässt, zum Spielen anregt oder ein WTF entlockt? Perfekt, kaufen Sie auch das!

3) Am Ende doppelt freuen: Darüber, dass das Wichtelgeschenk zur allgemeinen Erheiterung beigetragen hat. Weil es grinsen lässt, zum Spielen anregt oder ein WTF entlockt. Und dann natürlich darüber, dass das eigens zugeloste Geschenk zwar so gar nicht überzeugend ist, aber zu Hause ja Geschenk Nummer 1 auf Sie wartet und Sie sich also selbst für wenig Geld ein hübsches kleines Etwas beschert haben.

Und so kommt es, dass ich mich auch heute Abend noch hierüber freue:


Weggewichtelt wurde:                                     Erwichtelt wurde:


(nicht das Handy, das Plastik-Ding)

Bildquelle

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